Thanatopraxie

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Eine historische Kunstfertigkeit

Grundsätzliches

Die thanatopraktische  Totenversorgung ist eine hoch spezialisierte Tätigkeit weit über die hygienische Totenversorgung hinaus, die neben theoretischen Kenntnissen und praktischer Erfahrung ebenso besondere Räumlichkeiten und Instrumente erfordert. Die thanatopraktische  Versorgung umfasst alle Tätigkeiten,  die für eine ästhetische  Aufbahrung notwendig sind. Dazu gehören neben den reinigenden und desinfizierenden auch konservierende Arbeiten, sowie eine kosmetische Behandlung.

Ziel einer thanatopraktischen Versorgung  ist der kurzfristige Erhalt des Körpers.
Grundsätzlich sollte die thanatopraktische Versorgung und die offene Aufbahrung natürlich immer in Betracht gezogen werden. Insbesondere bietet sich eine Behandlung an, wenn beim Verstorbenen Veränderungen der Hautfarbe (etwa durch Lebererkrankungen oder Hämatome) vorliegen, auszehrende Krankheiten wie Krebs oder chronische Infekte zum Tod führten und ebenfalls bei betagten Menschen,  die  eine sehr dünne „Pergamenthaut“ haben, die sehr schnell austrocknet und sich entsprechend optisch stark verändert.

Wichtig für die Trauerbewältigung

Einen eigenen Bereich bildet die rekonstruierende, das heißt wiederherstellende Thanatopraxie. Besonders bei Unfallopfern, nach schweren Unglücksfällen und Gewalteinwirkungen ist eine Verabschiedung am offen Sarg, ohne vorausgehende thanatopraktische Versorgung, weder zu empfehlen, noch zuzumuten.

Dies gilt genauso nach Obduktionen und in Fällen, wenn sich die postmortalen, sichtbaren Veränderungen am Verstorbenen bereits im beginnenden oder einem fortgeschrittenen Stadium befindet. Die für Sie als Hinterbliebenen psychologisch wichtigen Partien  –  Gesicht und Hände – können so wiederhergestellt werden. Auch schwerste Defekte können hierdurch auf ein sehr geringes optisches Maß reduziert werden: in der Praxis geschieht dies oftmals anhand einer Fotografie, die den Verstorbenen zeigt und dem Thanatopraktiker als Vorlage dient.

Selbstverständlich kann es nicht das Ziel sein, das Äußere besser als zu Lebzeiten erscheinen zu lassen. Drastische Folgen werden nur insofern abgemildert, dass für Trauernde ein pietätvoller Abschied ermöglicht wird. 

Unverzichtbar bei Überführungen und Fristverlängerungen

Rechtlich zwingend ist die Einbalsamierung bei der Überführung in diverse Länder, wie z. B. Griechenland oder Ägypten. In den Vereinigten Staaten von Amerika, gehört die thanatopraktische Behandlung zum Standard, bei Überführungen in südeuropäische Länder ist die thanatopraktische  Behandlung schon wegen der klimatischen Verhältnisse dringend zu empfehlen.

Bei einer Verlängerung der Bestattungsfrist über die vorgeschriebenen sieben Tage hinaus, ist es ebenfalls sinnvoll, eine thanatopraktische Behandlung anzuwenden. Heute ist es schließlich keineswegs mehr selbstverständlich, dass Hinterbliebene und Freunde des Verstorbenen räumlich nahe wohnen oder rasch genug anreisen können. Hier bietet sich auch die Möglichkeit, selbst nach einem längerem Auslandsaufenthalt, in Würde Abschied nehmen zu können.

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