Totenmasken – Ein Teil der Bestattungskultur seit der Antike

Die Totenmaske hat eine lange Tradition in Europa. Auch heute noch ist sie ein Ausdruck des besonderen Gedenkens an Verstorbene.

Was ist eine Totenmaske?

Unter einer Totenmaske versteht man im Allgemeinen eine Maske, welche das Gesicht einer verstorbenen Person darstellt. Sie ist ein Erinnerungsstück und dient dem Andenken an den Verstorbenen. Dies war bereits in der Antike ein Beweggrund, der zur Entstehung von Totenmasken führte.

Bedeutung für die Trauerbewältigung

Die Maske ist ein individuelles und sehr persönliches Erinnerungsstück, welches das Gefühl vermittelt, dem Verstorbenen nahe zu sein und die Trauerarbeit für die Hinterbliebenen erleichtern kann. Sie ist plastischer als ein Bild und durch die Möglichkeit sie zu berühren, die Gesichtszüge des Verstorbenen nachzufahren, auch haptisch erfahrbar.

Totenmasken zeigen das Abbild mit geschlossenen Augen, die einen ruhigen, friedlichen Schlaf suggerieren. Es ist für die Hinterbliebenen ein Trost zu sehen, dass der geliebte Mensch seinen Frieden gefunden hat.

Wie bei der Diamantbestattung verbleibt mit der Maske ein Teil des geliebten Menschen nah bei den Angehörigen.

Zur Historie der Totenmaske

Die Geschichte der ältesten, bekannten Totenmasken geht viele Jahrtausende zurück in die Vergangenheit. In der Historie gibt es einige sehr alte, kunstvoll hergestellt und kostbare Exemplare deren Materialien und Herstellungen sich je nach Epoche unterscheiden.

Antike Totenmasken

Aus einigen antiken Hochkulturen sind Totenmasken erhalten oder Überlieferungen darüber bekannt. Dies zeigt, dass die Praxis, Totenmasken anzufertigen, eine lange Geschichte hat. Besonders bekannt sind Totenmasken aus dem alten Ägypten, dort wurden für hochgestellte Personen wie Pharaonen nach der Mumifizierung Totenmasken angefertigt, meist aus Gold, das für Reichtum und Ewigkeit steht.

In der Antike waren sie oft Grabbeigaben und wurden Herrschern beigelegt. Eine der wohl bekanntesten Totenmaske ist die des Pharaos Tutanchamun, welche im ägyptischen Museum in Kairo ausgestellt wird. Aber nicht nur im alten Ägypten gab es Totenmasken, auch aus der römischen und griechischen Hochkultur sowie aus der präkolumbianischen Ära haben Exemplare die Zeit überdauert.

Diese Masken sind nicht immer durch Gesichtsabdrücke entstanden, viele von ihnen wurden von Künstlern frei gestaltet und haben nur gewisse Ähnlichkeiten mit den authentischen Gesichtszügen.

Replikat der goldenen Totenmaske Tutanchamuns

Mittelalter

Wie mit vielen in der Antike ausgeprägten kulturellen Aspekten verlor auch die Totenmaske im Mittelalter an Bedeutung und es ist heute wenig über die Nutzung und Herstellung solcher bekannt. Erst in der Renaissance gewannen die Masken wieder an Bedeutung.

Totenmasken in der Renaissance

Während der Renaissance erlebte Europa eine Wiederbelebung des Interesses an der Antike, was zu einem erneuten Interesse an alten Traditionen und Praktiken führte, darunter auch Totenmasken. Diese wurden als Mittel zur Bewahrung des Andenkens an bedeutende Persönlichkeiten und als Ausdruck des Respekts für die Verstorbenen betrachtet.

Während der Renaissance waren Totenmasken nicht nur Gegenstand kultureller Praktiken, sondern wurden auch von Künstlern für verschiedene Zwecke genutzt. Einige Künstler verwendeten Totenmasken als Vorlage für Porträts oder Skulpturen, um ein realistisches Abbild des Verstorbenen zu schaffen.

Gefertigt wurden die Totenmasken aus Materialien wie Gips, Wachs oder Bronze, in Abhängigkeit  von den verfügbaren Ressourcen und den Vorlieben des Auftraggebers. Die Herstellung solcher Masken erforderte handwerkliches Geschick und wurde oft von spezialisierten Handwerkern oder Künstlern durchgeführt.

18. und 19. Jahrhundert

In dieser Zeit war die Totenmaske vor allem im Bereich der Medizin und Anthropologie für wissenschaftliche Zwecke verbreitet. Sie wurden verwendet, um die physiologischen Merkmale des Menschen zu studieren, um Gesichtsrekonstruktionen von historischen Persönlichkeiten zu erstellen oder um Krankheiten und genetische Merkmale zu untersuchen.

In vielen Museen, wie zum Beispiel dem Museum für Sepulkralkultur, findet man zahlreiche, geschichtsträchtige Original-Abdrücke von Persönlichkeiten wie Napoleon Bonaparte, Luise von Preußen und Ludwig van Beethoven oder das berühmte Abbild der Unbekannten aus der Seine. Sie überdauerten die Zeit und dienen bis heute als Erinnerung.

Totenmaske von Dante Alighieri im Palazzo Vecchio in Florenz, Italien

Wie wird eine Totenmaske hergestellt?

Totenmasken werden nach dem Tod eines Menschen angefertigt. Das Gesicht des Verstorbenen wird mit einem Abformmaterial bedeckt, um die Form zu erfassen. Diese Abformung wird dann als Negativ benutzt, um die endgültige Maske zu formen. Die Entscheidungen, aus welchem Material die endgültige Totenmaske gefertigt wird, bleiben den Hinterbliebenen des Verstorbenen überlassen.

Materialien

In der Regel wird die Maske aus Gips, Bronze oder Kunststoff hergestellt, Goldmasken wie in der Antike sind heutzutage nicht mehr üblich. Jedes Material hat hierbei eigene Vorzüge neben dem individuellen, persönlichen Geschmack.

  • Gips: Die Ausarbeitung in Gips ist die schnellste Herstellung und nimmt in der Regel etwa zwei bis drei Wochen Zeit in Anspruch.
  • Bronze: Das Material lässt die Totenmaske sehr edel erscheinen, die Herstellung mit diesem hochwertigen Material, benötigt in der Regel aber eine deutlich längere Herstellungszeit.
  • Kunststoff: Masken aus diesem Werkstoff können individuell angepasst und zum Beispiel durch die Farbgebung des Hauttons an authentische Gesicht angepasst werden. Dadurch wirken sie besonders lebensecht.

Traditionelle Herstellung

Bis vor wenigen Jahren wurden Totenmasken ausschließlich mit einem traditionellen Abformverfahren aus Gips hergestellt. Bei diesem geht man in mehreren Schritten vor.

  1. nach dem Eintritt des Todes, wird eine fettende Creme in die Haut einmassiert. Sie verhindert, das Zurückbleiben von Haaren im Gips
  2. im Anschluss werden mehrere Lagen Gips auf das Gesicht gestrichen, um nach dem Aushärten des Materials die Negativform zu erhalten
  3. mit großer Vorsicht wird die getrocknete Hohlform vom Gesicht des Verstorbenen abgenommen um im nächsten Schritt mit Gips oder einem anderen Material ausgegossen zu werden
  4. nach der Aushärtung des gewählten Materials, muss die Negativform zerstört werden um den nun einzigartigen Abdruck zu lösen. Dieser Schritt macht die Totenmaske zu einem Unikat

Moderne Herstellung

Die heutigen, modernen Verfahren unterscheiden sich nicht sehr von der traditionellen Vorgehensweise. Neben Gips findet auch Alginat oder ein spezielles Silikon seine Verwendung. Der größte Unterschied liegt in der Tatsache, dass die Negativform nicht zerstört wird, sondern erhalten bleibt. Dadurch kann das Erinnerungsstück auf Wunsch reproduziert werden, da der Abdruck mehrfach gegossen werden kann.


Obwohl die Herstellung von Totenmasken heutzutage weniger verbreitet ist, gibt es immer noch die Möglichkeit hierzu. In Kunst und Kultur finden Totenmasken immer noch Anklang. Auch wir bei Himml Bestattungen können Sie, als vollumfänglicher Dienstleister gerne über die Möglichkeiten und Kosten für die Anfertigung von Totenmasken aufklären.

Nehmen Sie dazu gerne Kontakt mit uns auf.

Von Maximilian Christ

Maximilian T. Christ, wurde im Jahre 2000 geboren und ist der älteste Sohn von Alexander und Gudrun Christ. Alexander Christ ist Inhaber des Traditionsunternehmens Himml Bestattungen aus Bayreuth. Der Name Christ steht seit jeher für höchste Bestattungskompetenz im Bayreuther Raum aber auch darüber hinaus.

Maximilian T. Christ ist seit nunmehr acht Jahren in der Bestattungsbranche tätig. Seine berufliche Laufbahn begann er im Jahr 2016 im elterlichen Betrieb in Bayreuth. Ziel war die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft. Im Jahr 2019 schloss er diese als bester Absolvent des Bundeslandes Bayern ab.

Im direkten Anschluss erfolgte die Fortbildung zum Thanatopraktiker. Diese hochspezielle Ausbildung deckt einen besonderen Bereich der Totenversorgung ab. Schwerpunkte sind hierbei die Konservierung Verstorbener sowie die Rekonstruktion des Leichnams nach Gewalteinwirkungen auf den Körper.

Seit dem Jahr 2021 leitet Maximilian T. Christ die technische Abteilung von Himml Bestattungen und ist für die Disposition von Überführungen sowie Trauerfeiern zuständig. Darüber hinaus ist er seit 2023 Prokurist des Unternehmens und zudem für die strategische Ausrichtung, Qualitätsmanagement und Personalwesen zuständig.